Was genau versteht man unter einer Berufsschule?
Steht ein Jugendlicher in einem Betrieb unter Lehrvertrag, so muss dieser verpflichtend ( in Österreich) eine Berufsschule besuchen. Das ganze System ist dual aufgebaut. Einerseits lernt der Schüler dabei im Betrieb die Praxis kennen, andererseits kann er das gelernte in der Berufschule genauso anwenden wie umgekehrt. Das bedeutet, dass er gleichermaßen durch Praxis wie auch durch Theorie ständig gefördert und geschult wird.
Somit bietet sich auch für den Lehrbetrieb äußerst positive Seiten an. Es kann also durchaus sein, dass ein Schüler, der sich in den Lehrjahren befindet, genauso frischen Wind in einem Betrieb bringt, als ein Manager. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit ist für die Ausbildungsordnung im Lehrbetrieb verantwortlich. Was die pädagogischen Belange der Schüler betrifft die sie in der Berufsschule haben, trägt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Sorge. Der Betrieb, in dem der Lehrling seine Lehre absolviert, ist für die Finanzierung der Ausbildung im Betrieb zuständig. Was die Ausbildung und die Kosten aufwenden im Bereich der Berufsschule betrifft, leistet die öffentliche Hand die entsprechenden Beiträge. Diese teilen sich sowohl der Bund als auch das Land. So werden beispielsweise Lehrer und Lehrerinnen in Berufsschulen zu 50 % vom Bund und zu 50 % vom Land finanziert.
Welche Berufsbereiche gibt es?
Die Anzahl der Schuljahre entspricht der Anzahl der Lehrjahre in einem Lehrbetrieb. Dabei kommt es immer darauf an, für welchen Lehrberuf sich der Schüler entschieden hat. Deshalb ist es auch möglich, dass die Dauer der Ausbildung bis zu zwei Jahren Unterschied betragen kann. Allgemein kann man aber davon ausgehen, dass Lehrjahre durchschnittlich nach einer Dauer von drei Jahren absolviert sind. Die Auswahl der anerkannten Lehrbetriebsberufe ist sehr groß: ein Berufschüler kann sich zwischen 250 verschiedenen Lehrberufen entscheiden. Einige Hauptbereiche sind beispielsweise Bauwesen, sowie Gärtnerei, Gastgewerbe und zum Großteil Hotellerie und Tourismusgewerbe. Sehr viele weibliche Schüler entscheiden sich auch für Gesundheits- sowie Körper- und Schönheitspflege.